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Software-Lokalisierung

Die Lokalisierung Ihrer Software umfasst mehrere Arbeitsschritte, die als Teile eines Ganzen betrachtet werden müssen. Ihre Software besteht ja aus verschiedenen Komponenten, die erst nach ihrer Zusammenfügung eine Einheit bilden:

  • Das Programm selber (wird aber an sich sehr selten übersetzt, da die Interaktion mit dem Anwender über die GUI erfolgt)

  • Die grafische Benutzeroberfläche (GUI)

  • Die Hilfe-Dateien und die Online-Hilfe

  • Die gedruckte Dokumentation

  • Die Liesmich-Datei

  • Die Verpackung

Um ein professionelles Endprodukt zu schaffen, ist es absolut unabdingbar, dass die Übersetzung der einzelnen Komponenten in der o.g. Reihenfolge stattfindet.

Es gibt einige Regeln, die möglichst zu beachten sind, um die einwandfreie Übersetzung Ihrer Software zu gewährleisten:

 

 

Überlassen Sie das Übersetzen dem professionellen Übersetzer

Viele Verantwortliche meinen Kosten senken zu können, indem sie dem Übersetzer eine intern gefertigte Übersetzung vorlegen, die dann „nur schnell korrigiert werden muss“.

Diese Vorgehensweise ist falsch! Unsere Erfahrung zeigt:

  • In 5 von 10 Fällen ist das Ergebnis einer solchen Vorgehensweise schlichtweg unbrauchbar.

  • In 7 von 10 Fällen wäre die professionelle Übersetzung der Originalversion billiger und schneller gewesen als die Korrekturen. Die Zeit- und Kostenersparnisse für den Auftraggeber sind gleich null, da der interne Mitarbeiter – egal wie lang er im Ausland verbracht hat - viel mehr (natürlich auch bezahlte) Stunden braucht, um in die Fremdsprache zu übersetzen, als der geübte Übersetzer, der in seine Muttersprache übersetzt. Auch nehmen die häufigen Rückfragen erheblich mehr Zeit in Anspruch, als man meinen könnte.

  • In 10 von 10 Fällen muss die interne Übersetzung überarbeitet und korrigiert werden. oben

Lassen Sie die GUI als Erstes übersetzen

Konsistenz kann nur gewährleistet werden, indem Sie die komplette Übersetzung einem Übersetzer überlassen. Er kann sich somit mit der Software und ihren Funktionen vertraut machen und Erfahrungswerte sammeln, die wiederum in die Übersetzung fließen. Die Übersetzung der GUI muss unbedingt fertig gestellt und freigegeben werden, bevor mit dem Übersetzen der Dokumentation begonnen wird. Das Endergebnis kann nur darunter leiden, wenn der Übersetzer sich ständig neu orientieren muss.

Die GUI ist das wichtigste Element, da sich der Anwender mit ihr anfreunden und zurechtkommen muss. Dies geschieht nur, wenn er sich wie zuhause fühlt und die Befehle und Menüs auf Anhieb versteht. Eine Software, die ihren Benutzer andauernd zwingt Rätsel zu lösen, wird einfach nicht akzeptiert und schnell von der Festplatte gelöscht. oben

Achten Sie auf die Reihenfolge der Übersetzung der Dokumentation

Die Reihenfolge für die Übersetzung der gedruckten Dokumentation, der Hilfe-Dateien und der Online-Dokumentation ist prozessabhängig. In den meisten Fällen liegt das gedruckte Handbuch als letztes Element vor, da hier die Formatierung und das Einfügen der Screenshots zeitaufwändiger ist. Die Inhalte der Hilfe-Dateien und der Online-Dokumentation sind normalerweise weitgehend identisch; die gedruckte Dokumentation wird hiervon abgeleitet, eventuell enthält sie auch weiterführende Informationen. oben

Vertrauen Sie auf eine kompetente Arbeitsweise

Der professionelle Übersetzer arbeitet mit einem TM (oder Translation Memory)-Tool wie z.B. Trados oder Déjà Vu. Diese Arbeitsweise hat einige Vorteile:

  • Sie gewährleistet Konsistenz, da bereits übersetzte Textteile oder Terminologie übernommen werden können.

  • Sie beschleunigt den Übersetzungsprozess und vermindert den Arbeitsaufwand.

  • Die Formatierung bleibt vollständig erhalten.

  • Das Übersetzen von einer überarbeiteten Dokumentation gestaltet sich viel einfacher und schneller, da die ursprüngliche Übersetzung automatisch übernommen werden kann. oben

Die Dokumentation muss die passenden Screenshots enthalten

Die Übersetzung wird zu einem sehr zeitintensiven Unterfangen, wenn der Übersetzer immer wieder nachfragen muss, wie die Befehle oder Menüoptionen in der Endversion heißen werden, nur weil die zu übersetzenden Dateien immer noch die ursprünglichen Screenshots enthalten.

Die Dokumentation - die Hilfe-Dateien, die Online-Hilfe sowie das gedruckte Handbuch - ist das zweitwichtigste Element der Übersetzung Ihrer Software und ist in vielen Fällen genauso wichtig wie die GUI. Besonders weniger erfahrene Anwender brauchen eine in ihrer Muttersprache verständlich und korrekt gefasste Version der ursprünglichen Dokumentation. oben

Die Liesmich-Datei

Ebenso wichtig ist natürlich die Liesmich-Datei. Sie enthält die neuesten Informationen und Erkenntnisse, die der übrigen Dokumentation nicht hinzugefügt werden konnten. oben

Die Verpackung

Der erste Eindruck zählt: Eine Software mit all ihren Komponenten mag ein hervorragendes Endprodukt sein, aber vor allem bei kommerzieller Software ist der erste Blick auf die Verpackung und die CD-Hülle oft entscheidend. Hier darf der Hersteller ebenso wenig nachlässig sein wie beim Produkt selbst. oben

   
   
     

 

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© 2010 Ian Diggance Übersetzungen Alle Rechte vorbehalten Stand: 14.04.2010