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Zeilen zählen

 Wie wir Zeilen zählen

Wir rechnen mit 55 Zeichen pro Zeile (inkl. Leerzeichen), gezählt wird mit der Zählfunktion von MS Word. Dieser Punkt ist in der Übersetzer-Gemeinschaft ziemlich umstritten.

Über eben diese Problematik habe ich vor einigen Jahren Diskussionen mit einigen großen Übersetzungsfirmen gehabt. Die eine Firma harrte auf eine Zählung der Zeichen mit Transit oder legte sich an Trados fest, die zweite Firma wollte ein anderes Zähltool anwenden. In beiden Fällen wollten sie meine Kombination von den in Word und in meinem Lieblingstexteditor NoteTab enthaltenen Zählfunktionen nicht berücksichtigen, eben hauptsächlich mit der Begründung, Word sei nicht zuverlässig. In allen Fällen hätte das bedeutet, dass ich erheblich wenige Zeilen übersetzt hätte, als tatsächlich der Fall war.

Ich muss dazu sagen, dass Uneinigkeit oftmals auch darin besteht, wie man Wiederholungen verschiedener Grade berechnen sollte. In dem einen Fall (es ging um das CAT-Tool Joust, an die genauen Details kann ich mich leider nicht mehr erinnern; ich weiß nur, es handelte sich um eine beträchtliche Differenz) konnte man nicht glauben, dass sonst niemand auf die Idee gekommen war, die Zählmethode in Frage zu stellen. Ich konnte aber einwandfrei nachweisen, dass das von der Firma ermittelte Ergebnis falsch war, und zwar dermaßen, dass ich einen Verlust von ein paar hundert Mark hätte hinnehmen müssen.

Ich habe damals zufällig eine Studie im Internet entdeckt, die mir letztendlich Recht gab, das Übersetzungsbüro lenkte ein. Seitdem verwende ich diese Kombination. In dieser Studie lieferte Trados und Transit zwar die gleichen Ergebnisse, damals ging es aber darum zu beweisen, erstens, dass es erhebliche Diskrepanzen geben kann, und zweitens, dass Word doch nicht so unzuverlässig ist, wie man behauptete.

Das Original stammte von der Website von Triacom, einer Übersetzungsfirma in Norddeutschland. Die (mittlerweile aktualisierte) Studie beschäftigte sich zwar mit der Wortzahl eines Dokumentes, es lässt sich allerdings ebenfalls auf die Zeichenzahl anwenden.

Mit der freundlichen Genehmigung des Firmeninhabers Per Dohler veröffentlichen wir die englischsprachige Studie auch hier auf der englischen Seite.

Ein konkreter Fall

In diesem Fall gab es ein paar Unstimmigkeiten mit einem freiberuflichen Übersetzer über die Länge seiner Übersetzung. An dieser Stelle muss ich ausdrücklich betonen: Der Übersetzer war sich der Problematik gar nicht bewusst und war dann mit meinem Zählmodus einverstanden:

“Ich habe Ihre Übersetzung in drei verschiedenen Versionen von Word, in NoteTab (ein unwahrscheinlich starkes Tool, das ich übrigens bestens empfehlen kann) und in Lotus WordPro analysiert, und alle fünf Programme lieferten das gleiche Ergebnis: 386 Wörter und (für uns wichtig) 2470 Zeichen. Das Ergebnis von CountIt (Anm. einem vom Übersetzer verwendeten Zähltool) halte ich für falsch. In der Studie schnitt die Software auch schlecht ab und lieferte nach Textcount und WordPerfect für Mac das schlechteste Ergebnis überhaupt. Interessant, nicht wahr ?!”

In diesem Fall ergibt das einen Unterschied von 33 %, was bei einem größeren Auftrag wirklich nicht zu vertreten wäre.

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